Neues Buch erschienen: Advancing the Study of Privacy Cynicism, Apathy and Resignation in the Digital Society

Wir freuen uns, die Veröffentlichung des Sammelbands „Advancing the Study of Privacy Cynicism, Apathy and Resignation in the Digital Society“ bekannt zu geben, der bei Edward Elgar Publishing erschienen ist und von Christoph Lutz (BI Norwegian Business School), Christian Pieter Hoffmann (Universität Leipzig) und Aurelia Tamò-Larrieux (Universität St. Gallen) herausgegeben wurde.

Der Sammelband vereint führende internationale Datenschutzwissenschaftler, um eine wachsende Herausforderung des digitalen Zeitalters zu untersuchen: Warum fühlen sich viele Menschen zunehmend machtlos, resigniert oder zynisch, was ihre Fähigkeit betrifft, ihre Privatsphäre in stark datengesteuerten Gesellschaften zu schützen? Über traditionelle Debatten über Datenschutzbedenken und das „Datenschutzparadoxon“ hinaus geht das Buch auf Konzepte wie Datenschutzzynismus, digitale Resignation, Datenschutzmüdigkeit, Hilflosigkeit und Apathie ein und untersucht deren Ursachen, Folgen und mögliche Abhilfemaßnahmen.

Das Buch gliedert sich in fünf Teile:

PART I: INTRODUCTION

Dieser einleitende Abschnitt bereitet den Boden für den Band, indem er die Schlüsselbegriffe „Privatsphären-Zynismus“, „Privatsphären-Apathie“ und „digitale Resignation“ vorstellt. Er skizziert die Motivation für das Buch und stellt diese Phänomene als zentrale Herausforderungen in den heutigen digitalen Gesellschaften dar.

  • Introduction to the volume: privacy cynicism and digital resignation – a new perspective
    Christoph Lutz, Christian Pieter Hoffmann and Aurelia Tamò-Larrieux

PART II: THEORETICAL AND CONCEPTUAL FOUNDATIONS

In diesem Abschnitt werden die konzeptionellen Grundlagen für das Verständnis von Zynismus gegenüber dem Datenschutz und damit verbundenen Einstellungen erarbeitet. Dabei werden bestehende Theorien zum Datenschutz neu beleuchtet und neue Konzepte vorgestellt, um zu erklären, wie Zynismus, Apathie und Resignation entstehen und sich entwickeln.

  • Privacy theories and their connection to privacy cynicism
    Yannic Meier
  • Conceptualizing privacy cynicism: a review of privacy cynicism as multidimensional attitude
    Iris van Ooijen and Claire M. Segijn
  • From traits to states: situational dynamics of privacy cynicism, privacy fatigue and mistrust
    Philipp K. Masur
  • Privacy resignation as an adaptive preference
    Gordon Hull
  • Privacy cynicism as a product of structural constraints and a form of social privilege: a precarious protection hypothesis
    Laurent H. Wang

PART III: CONTEXTS AND EMPIRICAL EVIDENCE

In diesem Abschnitt werden empirische Studien aus unterschiedlichen globalen und sozialen Kontexten vorgestellt, die veranschaulichen, wie sich Zynismus gegenüber dem Datenschutz und digitale Resignation im Alltag äußern. Dabei werden Unterschiede zwischen verschiedenen Kulturen, Technologien und institutionellen Rahmenbedingungen hervorgehoben, darunter Arbeitsstätten, Plattformen und Überwachungsumgebungen.

  • Privacy cynicism among women in rural India: how gender performances shape digital interactions
    Debjani Chakraborty
  • Privacy in the context of pervasive surveillance: digital resignation and resistance in China
    Ariane Ollier-Malaterre
  • Algorithmic surveillance in everyday life: user perceptions and adaptation of Zhima Credit in China
    Fan Liang and Haiqing Yu
  • Privacy fatigue and cynicism in the digital age: a close replication of Choi et al. (2018) and Lutz et al. (2020)
    Philipp K. Masur
  • Organizational practices and the cycle of privacy resignation: challenges for data workers
    Lemi Baruh and Mihaela Popescu
  • Resigned aspirations in platform societies: hope and hopefulness underneath resignation about datafication
    Ranjana Das

PART IV: POLICY IMPLICATIONS, REMEDIES, AND FUTURE DIRECTIONS

In diesem Abschnitt wird untersucht, wie dem Zynismus in Bezug auf den Datenschutz durch politische Maßnahmen, Regulierung und gesellschaftlichen Wandel begegnet werden kann. Dabei werden digitale Kompetenz, Datenrechte, Widerstandsstrategien und neue Ansätze zur Stärkung der Eigenbestimmung in zunehmend datengesteuerten Umgebungen erörtert.

  • Data citizenship as literacies to address digital resignation
    Elinor Carmi and Panagiota Nakou
  • EU data access and portability in practice: nothing but resignation and frustration?
    Yongle Chao, Aurelia Tamò-Larrieux and Konrad Kollnig
  • Digital resistance and the quest for a less resigned datafied public: exploring individuals’ awareness of, attitudes towards, and reactions to a datafied everyday life
    Kiran Kappeler
  • Consensual interdependence: AI, privacy and empowerment beyond the individual
    Enya Rogerson and Henrik Skaug Sætra

PART V: CONCLUSION

Der abschließende Abschnitt fasst die Erkenntnisse des Bandes zusammen und skizziert eine zukunftsorientierte Forschungsagenda. Er befasst sich mit den weiterreichenden Auswirkungen auf Wissenschaft, Politik und Praxis im Hinblick auf die Bekämpfung von Zynismus gegenüber dem Datenschutz und die Förderung der digitalen Selbstbestimmung.

  • Conclusion: looking towards the future and a research agenda for privacy scholars
    Aurelia Tamò-Larrieux, Christian Pieter Hoffmann and Christoph Lutz

Eine besondere Stärke des Buches liegt in der Kombination aus konzeptioneller Innovation, empirischer Vielfalt und politischer Relevanz. Durch die Zusammenführung von Perspektiven aus den Bereichen Kommunikationswissenschaft, Soziologie, Informationssysteme, Rechtswissenschaft, Überwachungsforschung und verwandten Fachgebieten trägt der Band dazu bei, besser zu verstehen, wie Einstellungen zum Datenschutz durch strukturelle Bedingungen geprägt werden und wie eine sinnvolle digitale Selbstbestimmung erreicht werden kann.

Die Herausgeber möchten allen Autoren der Kapitel für ihre herausragenden Beiträge sowie dem Redaktions- und Produktionsteam von Edward Elgar Publishing für die Unterstützung während des gesamten Projekts ihren aufrichtigen Dank aussprechen.